Bis heute eine Ikone der Moderne – das Dischhaus

In der Brückenstraße, unlängst des Fritz-Gruber-Platzes, steht mit dem sogenannten Disch-Haus ein äußerst modern anmutendes Bauwerk, dem man sein Alter nicht unbedingt ansieht.

Bereits 1848 eröffnete hier das Hotel Disch, das mit seinem Rokokosaal, in dem oft Konzerte stattfanden, bekannte Gäste wie Richard Wagner anzog. Seinen Namen erhielt es durch den Kölner Kunstsammler Franz Karl Damian Disch (1821-80), er ließ das Hotel nach einem Entwurf des Kölner Architekten Josef Felten erbauen. Die Wirtschaftskrise der 1920er Jahre überlebte das Hotel trotzdem nicht. Die Stadt Köln erwarb den Bau und fällte die Entscheidung, ihn abreißen zu lassen.

Ab 1928 entstand unter den Architekten Bruno Paul und Fritz Weber ein Neubau als Stahlbeton-Skelettbau – schon damals ein echter Hingucker und wichtigstes Zeugnis der Neuen Sachlichkeit in Köln. Auf dem nahezu dreieckigen Grundstück entschieden sie sich dafür, das Eckgebäude als Rundbau zu gestalten. Das Büro- und Geschäftshaus hält durch seinen Namen auch heute die Erinnerung an seine Ursprünge wach.

Historische Aufnahme vom Dischhaus (um 1911)

Highlights

Die denkmalgeschützte Fassade – sie wird von geschwungenen Formen und horizontal verlaufenen Fensterbändern bestimmt. Heute fehlt dem Gebäude sein ursprünglich oberstes Geschoss. Es wurde nach dem II. Weltkrieg nicht wieder aufgebaut.

Ein ganz besonderer Aufzug – der 1952 in Betrieb gegangene Paternoster im Disch-Haus ist heute einer der insgesamt noch fünf verbliebenen seiner Art in Köln. Er ist allerdings nicht mehr öffentlich zugänglich.

Leo-Fritz-Gruber-Platz – benannt nach dem in Köln geborenen Fotografen und Mitbegründer der Photokina-Messe Leo Fritz Gruber. Der helle Betonplatz soll eine Projektionsfläche darstellen und so an die Entstehung einer Fotografie erinnern. 

Moderne gegenüber von spätgotischen Trümmern – vor dem II. Weltkrieg stand dort noch die Pfarrkirche St. Kolumba, sie wurde völlig zerstört. Statt eines Wiederaufbaus entschied man sich dafür, um die übriggebliebene Madonna eine kleine Kapelle zu bauen, in die Ruinen und Trümmer integriert wurden.

 
 
 

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