Vom Erzbischof zum Bürojob – Das Deichmannhaus
An der Stelle des heutigen Deichmannhauses ist bereits seit 1449 Bebauung belegt. Das erste belegte Gebäude war das Quartier der Kölner Erzbischöfe aus dem Jahr 1449 der sogenannte „Kölner Hof“. Nach einem Brand wurde es teilweise neuerbaut 1721 unter Kurfürst Joseph Clemens von Bayern, doch verlor es immer mehr an Bedeutung. Dieses Gebäude wurde nach dem Tod des Kunstsammlers Ferdinand Franz Wallraf 1824 umfunktioniert und als sein erstes Museum als „Wallrafianum“ wiedereröffnet. Die Sammlung Wallrafs wechselte erst 1861 den Standort, nachdem der Neubau des „Wallraf-Richartz-Museum“ fertiggestellt wurde.
Das mittlerweile baufällige „Wallrafianum“ wurde nach dem Auszug der Sammlung abgebrochen, wie kurz nachdem auch der benachbarten „Wittgenstein'schen Hof“, dessen Bau aus dem 16. Jh. stammte.
Dieses große Baufeld erwarb der wohlhabende Kölner Bankier Wilhelm Ludwig Deichmann und ließ hier 1863-67 von dem Architekten Hermann Otto Pflaume (1830-1901) eine Doppelhausanlage, sein „Palais Deichmann“ errichten, die er selbst mit seiner Familie bezog.
Die Familie bewohnte dem Dom zugewandten Teil, wobei die Geschäftsräume zum Bahnhof gelegen waren. Das dreigeschossige, neuklassizistische Palais wurde jedoch bereits 1913 abgerissen und durch das heute noch erhaltene siebengeschossige Deichmannhaus ersetzt. Es wurde 1914 durch den Architekten Heinrich Müller-Erkelenz (1878-1945) geplant und über beide Grundstücke nun als monumentaler Baukörper mit Innenhof errichtet.
Das Deichmannhaus wurde um 2008 umfassend entkernt und saniert und die ursprüngliche Fassade von 1914 wiederhergestellt. Die Gaffelbrauerei stellte dabei nach eigenen Angaben den Schankraum im Stil von Brauhäusern während der Gründerzeit wieder her.
Historische Aufnahme vom Deichmannhaus
Highlights
Bankrott in der Weltwirtschaftskrise – Der Wohnsitz der Familie Deichmann wurde an den Georgsplatz verlegt, die Geschäftsräume verblieben im neuen Deichmannshaus. 1931 musste das Bankhaus „Deichmann & Co“, während der großen Weltwirtschaftskrise, Konkurs anmelden.
Vom Einzelzimmer zum Stammgast – Seit 1947 ist die Patentanwaltskanzlei Dompatent von Kreisler durchgehend Hauptmieter, erst nur ein Zimmer, heute zwei Stockwerke.
Kölsch statt Kapital – Im Erdgeschoss befindet sich seit den 1970er Jahren eine Gastwirtschaft, erst durch Gilden Kölsch betrieben, seit 2006 Gaffel Kölsch.
Hier führte der Weg ans Wasser – Der Name der Trankgasse leitet sich davon ab, dass sie im Spätmittelalter als Pfad für Pferde diente, die hier entlang zur Tränke an den Rhein hinuntergeführt wurden.
Zu diesem Beitrag gibt es einen Audiobeitrag in der Via Culturalis Audiotour-App.
Direkte Umgebung
Kölner Hauptbahnhof
Taubenbrunnen Ewald Mataré
Kölner Dom
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Produktionsnummer: rba_d051657
Marion Mennicken, Deichmannhaus, vom Bahnhof aus gesehen, 1994, Vintage print, Silbergelatine © Kölnisches Stadtmuseum, Graphische Sammlung, rba, 2026Produktionsnummer: rba_d051623
Hugo Schmölz, Deichmannhaus, vom Bahnhof aus gesehen, 1924/33 Vintage print, Silbergelatine © Kölnisches Stadtmuseum, Graphische Sammlung, rba, 2026