Blutigen Szenen, mit lieblichen Details kaschiert – Die Fenster für die Ewigkeit
Ganz singulär für Köln, waren die klaren Notverglasungen, die nach dem II. Weltkrieg in der Kirche St. Andreas eingesetzt wurden, bis vor wenigen Jahren noch vollständig sichtbar. In Teilen ist diese sogar heute noch sichtbar, denn sie werden seit 2005 in einem einmaligen Projekt der Kirchengemeinde St. Andreas und dem Förderverein Romanische Kirchen Köln ersetzt: das Projekt die Fenster für die Ewigkeit von Künstler Prof. Markus Lüpertz, langjähriger Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie.
2005-10 schuf er zwölf moderne Fenster für die beiden Querhäuser, den Marien- und Machabäerchor. Hier bezieht sich Lüpertz eindringlich auf die Benennung und die schon vorhandenen Kunstwerke, wie das Grabmal des Albertus Magnus und seiner Lehrsätze zu einer christlichen Lebensführung, einer kostbaren Pietà aus dem frühen 14. Jh. und dem Machabäerschrein von 1520-27 von Goldschmied Peter Hanemann. Die sehr ausführlichen Darstellungen der Machabäerlegende auf dem Schrein übernimmt Lüpertz in seinen Fenstern.
Sowohl inhaltlich als auch formal ist, bei aller zeitgenössischen Darstellungsweise, ein direkter Bezug zur Tradition gegeben. Dadurch fügen sich die stark farbigen Fenster optimal in das historische Raumgefüge ein. Auch in den weiteren elf neuen Fenstern für das Langhaus und die Vorhalle, übernimmt Lüpertz eine sehr drastische eher mittelalterliche Erzählweise, mit doch eher blutigen Szenen, die er mit lieblichen Details kaschiert. Spritzendes Blut wird zu Rubinen, abgetrennte Gliedmaßen werden zu Rosenköpfen und Totenschädel werden knallbunt, wie beim mexikanischen Tag der Toten.
Entworfen wurden die Fenster durch Lüpertz, hergestellt von der Firma Wilhelm Derix, Taunusstein. Finanziert und der Andreaskirche geschenkt wurden die Fenster aus vielen Spenden vom Förderverein Romanische Kirchen Köln e.V.
Kirchenfenster, St. Andreas
Was es zu entdecken gibt
Seinen sehr eigenwilligen Sinn von Humor zeigt er zudem auch: so wird eine Kölner Straßentaube zum Heiligen Geist und er selbst verewigt sich im Marienchor in einem Selbstbildnis als Teufelsgesicht.
Das Grabmal des Albertus Magnus befindet sich in der Krypta, sein ehemaliger Schrein wurde umfunktioniert und steht nun gefüllt mit einer Armreliquie des heiligen Andreas im Chor.
Die Reliquien der sieben Machabäerbrüder und der Mutter Salome sind zusammen mit den Reliquien der Heiligen Drei Könige 1164 von Mailand nach Köln gelangt.
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