Ein Zuhause für die Kunst im Ungers-Bau – Wallraf-Richartz-Museum

Das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud ist nicht nur ein moderner Museumsbau, sondern auch Zeugnis privater Sammlungen und der Schwierigkeit einen geeigneten Ausstellungsort zu finden.

Die Museumsgründung liegt bereits im 19. Jh.: nach dem Tod des Gelehrten und Sammlers Ferdinand Franz Wallraf (1748-1824) wird die Stadt Köln Erbin seiner umfangreichen Sammlung und nun beginnt die Suche nach einem geeigneten Ausstellungsort.

Erster Standort des Wallrafianums ist bereits 1824 in der Trankgasse. 1854 kann durch die Stiftung des Kaufmanns Johann Heinrich Richartz (1795-1861) von 100.000 Taler der erste Museumsbau des Rheinlands, das Wallraf-Richartz-Museum an der Rechtschule gebaut werden. Heute befindet sich hier der Nachkriegsneubau von Rudolf Schwarz (1897-1961) und Josef Bernard (1902-59) und beheimatet das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK). Nach einer Museumsreform in den 1930er Jahren wird die Sammlung Wallrafs auf mehrere Museen der Stadt aufgeteilt. Die Gemäldesammlung bleibt im Wallraf-Richartz-Museum, während die restliche Sammlung nun den Grundstock vier großer städtischer Museen, der Universitätsbibliothek und des Archivs bildet.

Doch ist die Reise des Wallrafsmuseums noch nicht beendet, ein nächster sehr kurzer Standort ist der Neubau des Museum Ludwigs neben dem Dom. Durch die Stiftung von Peter und Irene Ludwig wird durch die Kölner Architekten Peter Busmann (*1933) und Godfrid Haberer (*1941) ein Neubau für beide Sammlungen geschaffen. Doch auch hier herrscht Platzmangel und so beschließt die Stadt den Neubau an heutiger Stelle.

2001 schuf Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers (1926-2007) den modernen Bau in direkter Nachbarschaft zum ehemaligen Wohnhaus von Stefan Lochner. Der für Ungers typische kubische Bau ist zweigegliedert, im vorderen Bereich befinden sich die hohen Ausstellungsräume, teilweise durchbrochen mit großen Panoramafenstern. Der Bürotrakt, Werkstätten und Veranstaltungsräume bilden den zweiten Bereich, abgetrennt durch eine großzügig gestaltete Treppenhausfuge.

Ungers nutzte für den Bau exklusive Materialien wie Tuffstein und Basalt für die Fassade, schwarzer Granit und geräuchertes Eichenparkett für die Böden der Ausstellungsräume.

Im Eröffnungsjahr vermachen der Schweizer Unternehmer Gérard J. Corboud (*1925) und seine in Köln geborene Frau Marisol dem Museum ihre umfangreiche Sammlung von impressionistischen Gemälden als „ewige Leihgabe“. Seitdem trägt das Museum den Namen Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud.

 

Außenansicht des Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud.

Highlights

Ruhestätte – Auf dem Melaten Friedhof befindet sich die Doppelgrabstätte von Ferdinand Franz Wallraf und Johann Heinrich Richartz.

Digitale Angebote – Aktuell gibt es viele digitale Angebote und Angebote im Stadtraum des Wallrafs.

Erweiterungsbau – Ende 2028 wird das Wallraf und der neue Erweiterungsbau der Schweizer Architekten Christ & Gantenbein wiedereröffnet.

Zu diesem Beitrag gibt es einen Audiobeitrag in der Via Culturalis Audiotour-App.

 
 

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