Wie Erinnerung ihren Platz im Stadtbild fand – Der erste Stolperstein

Am 16.12.1992, am 50. Jahrestag des sogenannten Auschwitz-Erlasses verlegte Gunter Demnig zusammen mit Aktivisten*Innen des Kölner Rom e.V. den ersten Stolperstein vor dem Historischen Rathaus.

Unter den Nationalsozialisten werden Roma und Sinti systematisch ausgegrenzt, verfolgt und verhaftet. Der 50. Jahrestag und die Diskussion über geflüchtete Roma und Sinti aus Jugoslawien in den 1990er Jahren gab Anlass für dieses Projekt.

Unter den Nationalsozialisten werden Roma und Sinti systematisch ausgegrenzt, verfolgt und verhaftet. Der 50. Jahrestag und die Diskussion über geflüchtete Roma und Sinti aus Jugoslawien in den 1990er Jahren gab Anlass für dieses Projekt.

1995 weitete der Künstler das Projekt aus und verlegte erstmals im heutigen Format: 10x10x10 cm. 116.000 Betonquader sind in 31 europäischen Ländern zu finden, über 2400 in Köln. Auf den verankerten Messingplatten stehen die Namen und Daten von Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Besonders an diesem Projekt ist, dass die kleinen pflastersteingroßen Gedenktafeln genau an dem Ort verlegt sind, an denen die Menschen vor ihrer Flucht oder Verhaftung lebten. Somit sind dies nicht nur Gedenksteine, auch Fragen nach der Täter- und Mittäterschaft werden aufgeworfen, indem der Ausgangspunkt der nationalsozialistischen Verfolgung an den ehemaligen Wohnorten deutlich markiert wird. Die Stolpersteine gedenken an deportierte und ermordete Jüd*Innen, Sinti und Roma, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zwangsarbeiter*Innen, Zeugen Jehovas und Opfer der "Euthanasie". In wenigen Fällen auch an Menschen, die im Versteck oder Emigration überlebten. Die Steine werden weitgehend persönlich durch Gunter Demnig verlegt. Die Personen werden durch Initiativen, Vereine, Schule und Privatpersonen vorgeschlagen.

Im Augenblick ist der Stolperstein nicht öffentlich zugänglich. Nach der Eröffnung des Museums Miqua wird er wieder vor das Historische Rathaus verlegt.

 
 
 
 

Was es zu entdecken gibt

Zu diesem Beitrag gibt es zusätzlich einen Audiobeitrag in der Via Culturalis Audiotour-App – außerdem kann der Ort im digitalen Stadtmodell erkundet werden.

 
 

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  • ProduktbeschreibunAlle über 18460 Stolpersteine in NRW sind mit historischen Bildern und Informationen dokumentiert auf der Webseite und App des WDRs unter www.Stolpersteine.wdr.de.

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