Eine Kirche mit Fenstern für die Ewigkeit – St. Andreas

Die ehemalige Herrenstiftskirche, eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika entstand um 1190-1220.

Der Standort geht vermutlich auf eine frühchristliche Kapelle mit dem Namen St. Matthaeus in fossa (St. Matthäus am Graben) zurück. Hier befand sich der römische Stadtgraben, als Verteidigungslinie vor der römischen Stadtmauer.

Die Kirche erfuhr in den nachfolgenden Jahrhunderten Um- und Weiterbauten: 1414-20 der gotische Langchor, im 13. Jh. Seitenschiffkapellen mit reicher erhaltener Wandmalerei des 14. Jhs. und ein Westbau des 19. Jhs.

Die malerische und architektonische Ausstattung im Innenraum ist besonders hervorzuheben. Trotz starker Kriegsbeschädigungen sind diese noch sehr gut erhalten und zeugen von einer Detailfülle und hohen künstlerischen Qualität.

Anfang des 19. Jhs. wurde der Machabäerschrein, 1520-27 von Goldschmied Peter Hanemann aus dem ehemaligen Benediktinerkloster zu den Hll. Machabäern nach St. Andreas überführt, wie auch der Blutsbrunnen der heiligen Ursula.

Namensgebend für den Marienchor im Norden ist die kostbare Pietà aus dem frühen 14. Jh., die ursprünglich aus der Klosterkirche der Dominikaner Hl. Kreuz stammt. Nach Aufhebung des Klosters wurde die Pietà neben den Gebeinen des Hl. Albertus Magnus und vielen anderen Reliquien und Kunstwerken nach St. Andreas übertragen. Das Grabmal des Albertus Magnus befindet sich heute in der Krypta, sein ehemaliger Schmuckschrein wurde stattdessen umgenutzt und ist nun im Chor aufgestellt mit einer Armreliquie des Heiligen Andreas.

Die erste Nordkapelle ist die Brauerkappelle und zeigt eine Darstellung von Petrus Martyr im Neugeschaffenen Fenster aus dem Jahr 2020 von Markus Lüpertz. Es handelt sich hierbei um den Patron der Brauer in Köln. Das Fenster ist Teil des Projekts Fenster für die Ewigkeit und ersetzt seit 2005 die Notverglasungen. Nur die Chorfenster von 1899 und 1917/18 waren im Krieg ausgebaut und wurden 1951 wieder eingebaut. Die seitliche Ornamentfenster wurden neugeschaffen von Vincent Pieper 1961.

 

Die Kirche St. Andreas

 
 
 
 

Was es zu entdecken gibt

Eine der 12 großen romanischen Kirchen Kölns.

Seit 1947 wird die Kirche vom Dominikanerorden betreut.

Das einzigartige Projekt Fenster für die Ewigkeit von Prof. Markus Lüpertz ersetzt sukzessive die Notverglasung seit 2005 gegen Fensterentwürfe von Markus Lüpertz. Die Fenster werden von Spenden über den Förderverein der Romanischen Kirchen Köln finanziert und der Firma Derix hergestellt.

Die Figur des heiligen Christophorus am Eingang ins südliche Mittelschiff gehört zum alten Bestand des Stifts. Sie wurde in der Werkstatt des Meisters Tillman angefertigt. Die Holzfigur hat eine Höhe von 2,40 m, die Farbfassung stammt aus dem 19. Jh. Eine auffällige Übereinstimmung mit der Christophorusfigur im Dom ist feststellbar.

 
 

direkte Umgebung

Fenster für die Ewigkeit Markus Lüpertz

Römisches Nordtor

Kölner Dom

  • Reproduktions-Nr: rba_c005639
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Burch, Tilmann van der, Heiliger Christophorus

    Reproduktions-Nr: rba_137680
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Sankt Andreas, 1201/1250 & 1414-1420 . . . , Köln

    Reproduktions-Nr: rba_630336
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv, 1948
    Foto aus dem Bestand des Stadtkonservators
    Sankt Andreas, 1201/1250 & 1414-1420 . . . , Köln

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Eine süße Vergangenheit – Das Stollwerkgebäude

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Den Blick immer nach Norden gerichtet – Das römische Nordtor