Eine süße Vergangenheit – Das Stollwerkgebäude

Die Gebrüder Stollwerck besaßen Anfang des 20. Jhs. eine gigantische Schokoladenfabrik in Köln. Ende des 19. Jhs. avancierte Schokolade zu einem Massenprodukt, das Süßwarenunternehmen wurde zu einer international aufgestellten Aktiengesellschaft mit Werken in Europa und Amerika ausgebaut. 2100 Mitarbeiter im Jahr 1900 hielt die Hauptproduktion in Köln am Laufen.

1907 eröffnete die schillernde Repräsentanz am Wallrafplatz an einer der besten Adressen der Stadt, der Hohe Straße. Erbaut im späten Jugendstil, gekrönt von einem Turm, mit Aussicht auf den Dom bot der großzügige Bau mit Passage auch Hofjuwelier E. Goldschmidt, der Zigarrenhandlung Bayer H. & Cie. GmbH und einem Sportartikelgeschäft Verkaufsfläche.

Das im Inneren sich befindende Stahlskelett überlebte den II. Weltkrieg und erhielt mit einer neuen Verkleidung Ende der 1940er Jahre ein völlig verändertes Erscheinungsbild: ein moderner Bau mit abschließendem Staffelgeschoss und damals typischem Flügeldach.

Bis in die 1980er Jahre wurde das Gebäude durch Stollwerk genutzt, dann entschied sich der neue Eigentümer Hans Imhoff zu einer kompletten Neu- und Umgestaltung des Geschäftshauses. Die schlichte Fassade wich einem vereinfachten Rückbau.

Auch im Inneren gab es umfangreiche Umbauten: 1986-2000 befand sich hier der Kölner Esprit-Flagshipstore. Die Ersteinrichtung im Stile der Postmoderne ist nun wie durch ein Wunder durch die neuerlichen Umbauten 2022 durch den Juwelier Wempe wieder zutage getreten. In umfangreichen und behutsamen Renovierungen konnten die farbenfrohe Innenarchitektur der Gruppe Memphis um den Architekten Ettore Sottsass (1917-2007) wieder zutage treten. Im Untergeschoss, den Büroräumen und zwei Treppenhäusern (Architekt Shuji Hisada) ist die Ausstattung noch erhalten.

Stollwerck

Highlights

Design – Werke von Ettore Sottsass sind auch im MAKK ausgestellt.

 
 
 

direkte Umgebung

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