Ein nacktes Hinterteil – der Kallendresser von Mataré

Auf dem Alter Markt am Haus Nr. 24 streckt sich ein nacktes Hinterteil den Besucher*Innen entgegen. Diese skurrile Plastik schuf 1964 der Düsseldorfer Kunstprofessor Ewald Wilhelm Hubert Mataré (1887-1965). Am von Hans Schilling 1958/59 neu errichteten Haus fand dieses Kunstwerk wenige Jahre später seinen Platz, Ursprung gibt ein im II. Weltkrieg zerstörtes etwa 70 cm großes Relief.

Mit dem sogenannte Kallendresser (Hochdeutsch: jemand, der seine Notdurft in die Regenrinne verrichtet) sind sogar zwei Legenden verbunden: Eine berichtet, es habe Streit zwischen zwei Bewohnern eines Hauses am Alter Markt gegeben, von denen einer stets laut und bei offenem Fenster seine Tuba geblasen habe. Der Nachbar aus der Wohnung darüber fühlte sich von der Musik sehr gestört und wusste sich eines Tages nicht mehr anders zu wehren, als dem Nachbarn „gezielt“ von oben seine Tuba mit Exkrementen zu verstopfen.

Eine zweite Legende spricht davon, man habe den Politikern im Rathaus, das direkt gegenüber liegt, seine Kritik auf derbe Art zu verstehen gegeben. Ein wenig wie der Platzjabeck am Ratsturm, der seine Zunge Groß St. Martin entgegenstreckt, aber auch den Bürger*Innen auf dem Marktplatz.

Kallendresser von Mataré

Highlights

Matarés Kunst formte das Nachkriegs-Köln mit – Ewald Mataré schuf in Köln zudem die Türen des Südportals des Kölner Doms, den Taubenbrunnen auf der Domplatte und die Eingangstüren des nach Kriegsschäden wieder aufgebauten Gürzenich. Er war unter anderem Lehrer von Joseph Beuys.

Nackte Hinterteile am Ratsturm – An Konsolen der Ratsturmfiguren befinden sich auch nackte Hinterteile, also eine nicht ganz so seltene Darstellung.

 
 

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