Gebaut als das höchste Gebäude der WeltDer - Kölner Dom St. Peter und Maria

Im Jahr 1248 fand im Osten des Doms die Grundsteinlegung durch Erzbischof Konrad von Hochstaden statt. Der Bau orientierte sich eng an der modernsten französischen Architektur. Als Schöpfer des genialen Plans gilt Meister Gerhard, der erste namentlich bekannte Dombaumeister. Ihm wird nicht nur der Grundriss des fünfschiffigen Baus mit dreischiffigem Querhaus und Umgangschor mit sieben gleichartigen Kapellen zugeschrieben, sondern auch die Grundkonzeption, nach der dann von Dombaumeister Arnold um 1285 der erhaltene Fassadenplan F der doppeltürmigen Westfassade ausgeführt wurde.

Ältester Bauteil ist der Chor, die Chorweihe fand 1322 statt, doch wurde er bereits in Teilen früher genutzt. Vom Rest der Baustelle wurde er mit einer Wand verschlossen, um die Nutzung zu ermöglichen.

Der nächste Bauabschnitt war die Südseite, Langhaus und Turmuntergeschoss. Im Anschluss wurde die Nordseite gebaut und erhielt 1507-09 sogar Fenster. Im 16. Jh. begann dann für 300 Jahre ein Baustopp bis 1842-80 der Dom nach originalen Plänen des 13. Jhs. vollendet wurde.

Im Südturm befindet sich das einzige mittelalterliche Portal, 1370/80 unter Dombaumeister Michael von Savoyen und Bildhauern aus dem Umkreis Heinrich Parlers ausgeführt. Trotz einer Höhe von nur ca. 56,14 m wurden 1448/49 im Südturm im ersten Obergeschoss die beiden Glocken Pretiosa und Speziosa aufgehangen. Die auf der Dombaustelle gegossenen Glocken sind die beiden größten aus dem Mittelalter stammenden, bis heute erhaltenen Glocken des Kölner Doms. Der Südturm behielt seine Höhe des 15. Jhs. bis zum Weiterbau im 19. Jh. bei, inklusive dem mittelalterlichen Baukran, der bis zu seinem Abbruch 1868 geradezu das Wahrzeichen der Stadt war. Für den Weiterbau wurde eine Domloterie und der heute noch existierende Zentrale Dombauverein gegründet.

Unter dem heutigen Dom existieren Reste früherer Bauwerke. Besonders erwähnenswert ist der sogenannte Alte Dom, eine um 800 erbaute gewaltige karolingische Kirche. Zunächst dreischiffig, spätestens im 11. Jh. um zwei Seitenschiffe erweitert. Im Gegensatz zur heutigen Kathedrale besaß der Alte Dom zwei Chöre mit Apsiden. Diese Doppelweihung und das ungewöhnliche Maß von fünf Schiffen wurde auf den Neubau übertragen. Der Alte Dom wurde für den Neubau des heutigen Doms abgerissen.

Im II. Weltkrieg wurde der Dom von 14 schweren Spreng- und über 70 Brandbomben getroffen, wie auch durch Beschuss und auffliegendes Material beschädigt: die meisten Gewölbe der Mittelschiffe von Lang- und Querhaus waren eingestürzt, die Orgel und ein Großteil der Fenster des 19. Jhs. zerstört, im Nordturm wurde bereits im Krieg ein 10 m großes Loch provisorisch mit Ziegelsteinen repariert, dies war bis 2005 sichtbar als „Domplombe“.

 

Der Kölner Dom und die Kaiserglocke

 
 
 

Was es zu entdecken gibt

Der Dreikönigsschrein, der größte Reliquienschrein des Abendlandes, 1164 aus Mailand nach Köln gebrachte Gebeine. Ca. 1190-1220 von der Werkstatt des Goldschmieds Nikolaus von Verdun und nachfolgenden Kölner und maasländischen Werkstätten gefertigt. Der Schrein befand sich bereits im Alten Kölner Dom.

Das Gerokreuz ist das älteste Großkreuz und konnte dendrochronologisch um das Jahr 970 n. Chr. datiert werden. Es befand sich bereits im Alten Kölner Dom.

Riß F ist eine 4,05 m lange Planzeichnung auf 20 Pergamentstücken aus dem 13. Jh. Er zeigt den detaillierten Aufriss der Westfassade. Meist ist er durch einen grünen Vorhang in einer der Chorkappellen verhangen und somit Lichtgeschützt.

Der Altar der Stadtpatron*innen von Stefan Lochner befindet sich in der Marienkapelle im Süden. Ursprünglich war er für die Ratskapelle 1442 geschaffen worden. Es ist das bedeutendste Werk der spätgotischen Kölner Malerschule.

Rund 10.000 m² Glasfenster hat der Dom, vom Ältesten Bibelfenster aus dem Jahr 1260 bis 2007 und dem Richter-Fenster.

Im Chor befindet sich das größte zusammenhängende Kunstwerk des Doms, das 1340 m² große Fußbodenmosaik von August von Essenwein 1887 begonnen. Die keramischen Mosaiksteinchen der Firma Villeroy & Boch sind in außerordentlich gutem Zustand.

6 Mio. Besucher*innen betreten jährlich den Dom.

Der höchste Punkt an denen Tourist*Innen den Dom besuchen können ist im Südturm nach einem Aufstieg mit 533 Stufen.

Der Südturm und der Nordturm sind fast identisch hoch, 157,22 m und 157,18 m.

Die Petersglocke war bis 2016 die größte freischwingende Glocke Weltweit.

Unter dem Kölner Dom befindet sich eine museal bespielte Ausgrabung.

Auf der Nordseite befindet sich auf mehreren unterirdischen Geschossen die Schatzkammer des Kölner Doms.

 
 

direkte Umgebung

Südquerhausfenster Gerhard Richter Fenster

Petersbrunnen

Dionysosmosaik

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  • Reproduktions-Nr: rba_L001038_17
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Kölner Dom, Bombentreffer am Nordturm, 1943, Köln

    Reproduktions-Nr: rba_021155
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv, 2007
    Vinckeboom, A., Dom mit Hörsaalgebäude, aus: Skizzenbuch, Kölnisches Stadtmuseum, Köln

    Reproduktions-Nr: rba_mf209294
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Ansicht des Domes von Südosten, 1858, unbekannt, Köln

    Reproduktions-Nr: rba_d053906_01
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Leo Kürten, Postkarte Kölner Dom und Kaiserglocke, Rheinisches Bildarchiv, Köln, Inv.-Nr. RBA/POS/000522

    Reproduktions-Nr: rba_mf177233
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Zwirner, Ernst Friedrich, Reinzeichnung, Südquerhausfassade des Kölner Domes, Dombauverwaltung, Köln

    Reproduktions-Nr: rba_d053892
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Vues du Rhin. Dom in Cöln., Rheinisches Bildarchiv, Köln, Inv.-Nr. RBA/POS/000500

    Reproduktions-Nr: rba_209291
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Schönscheidt, Gebrüder, Kölner Dom, Ansicht von Nordwesten, Dombauarchiv, Köln

    Reproduktions-Nr: rba_c001898
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Stanfield, Clarkson, Das Kölner Rheinufer mit dem unvollendeten Dom von Nordosten, Rheinisches Landesmuseum Bonn mit Regionalmuseum Xanten, Bonn

    Reproduktions-Nr: rba_c001267
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Schieffer, Peter, Dom, Ansicht von Südosten, Kölnisches Stadtmuseum, Köln, Inv.-Nr. HM 1903/179

    Reproduktions-Nr: rba_mfL009787_36
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Köln, Dom, Restaurierungsarbeiten, Baugerüst für den Wiederaufbau der Gewölbe, nach 1945, Rheinisches Bildarchiv, Köln

    Reproduktions-Nr: rba_077414_a2
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Schmitz, Anselm, Köln, Zimmerleute beim Abrüsten der Türme des Kölner Doms

    Reproduktions-Nr: rba_711670
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Schmölz, Karl Hugo, Köln: Dom zerstörte Decke, Kriegsschäden

  • ?Verlinkung auf den WDR-Film?

    ?Verlinkung zum Film Lengyel Toulouse Architekten?

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Gebaut als das höchste Gebäude der WeltDer - Kölner Dom St. Peter und Maria (Kopie)

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Ein nacktes Hinterteil – der Kallendresser von Mataré