Die Straße, die es so nie gegeben hat – Kölns versetzte Römische Hafenstraße
Ab den 1950er Jahren fanden umfangreiche archäologische Ausgrabungen im Areal um den Kölner Dom statt. Im Zuge dieser Ausgrabungen wurde 1969/70 ein ca. 65 m langes Stück der römischen Hafenstraße freigelegt.
Die Straße konnte durch Münzfunde auf das Ende des 3., Anfang des 4. Jhs. datiert werden, wobei eine ältere Straße bereits seit Anbeginn der Stadt an dieser Stelle existierte. Die älteren Straßen waren nur mit Erde planiert, erst im Laufe des 1. Jhs. wurden sie im Römischen Reich mit Kies geschottert und große Steine verwendet, im Zuge dessen auch häufig verbreitert. Eine Nebenstraße, wie diese Hafenstraße, konnte bis zu 14 m breit sein.
Durch den Bau der Domtiefgarage musste die Straße versetzt werden und wurde ca. 6 m südlich der Fundstelle als Teilstück in einer Länge von 33 m neu verlegt. Die nicht sonderlich originalgetreue Wiederverlegung, sorgt immer wieder für Diskussionen und Kritik.
Unter der Straße auf der Südseite verlief ein römischer Abwasserkanal, indem eine große Inschriftenplatte aus der Zeit Kaiser Neros (54-68) gefunden wurde. Nach der „Damnatio Memoriae“ Neros, der Löschung seines Andenkens, wurde diese Innschriftenplatte als Bodenplatte im Abwasserkanal wiederverwendet und befindet sich heute im Römisch Germanischen Museum. Nur durch diese Zweitverwendung ist die Innschriftenplatte heute noch erhalten, für den Einbau im Abwasserkanal wurde die Inschrift nicht entfernt.
Neben der Straße befindet sich ein ca. 5 m langes Teilstück des Abwassersammlers, der am Kurt-Hackenberg-Platz den Rhein erreichte und ein nachempfundener Brunnen.
Römische Hafenstraße
Was es zu entdecken gibt
Die Inschriftenplatte aus der Zeit Kaiser Neros (54-68) befindet sich im Römisch Germanischen Museum.
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Kölner Dom
Heinzelmännchenbrunnen
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