Wo früher Autos fuhren, flanieren heute Menschen – Die Rheinpromenade und der Rheingarten
Was heute durch seine Grünflächen eine gerngesehene Abwechselung zum vom Beton dominierten Kölner Stadtbild ist, war vor mehr als 40 Jahren eine Hauptverkehrsachse für den Autoverkehr. Erst durch die Tieferlegung der B51 mit dem Bau des Rheinufertunnels wurde das Areal ermöglicht, wie wir es heute kennen. Ein Ort der sowohl von Kölner*innen als auch Tourist*innen gerne zur Freizeitgestaltung genutzt wird.
Die grüne Fläche leistet darüber hinaus einen Beitrag für ein besseres Stadtklima. Darüber hinaus freuen sich auch die anliegenden Lokale über den Besucherverkehr.
Entlang der Rheinpromenade liegen nicht nur historische Bauwerke, die es zu entdecken gibt, sondern auch neue Mahnmale und Kunstwerke, die erst durch die Neugestaltung ermöglicht wurden.
Beginnend von der Hohenzollernbrücke ist der „Rosa Winkel“ das erste Denkmal, gestaltet durch Künstler Achim Zinkann. Eröffnet wurde das Mahnmal für die schwulen und lesbischen Opfer des Nationalsozialismus 1995 im Rahmen des Christopher Street Days, ein Jahr nach Streichung des Paragraf 175 aus dem Strafgesetzbuch. Er galt von 1871-1994 und bezog sich auf sexuelle Handlungen zwischen männlich gelesenen Personen. Im Nationalsozialismus wurde der Paragraf 1935 verschärft: Waren bis dahin „beischlafähnliche Handlungen“ strafbar, so drohten nun Haftstrafen für das bloße Anschauen oder Berühren. Auch im Nachkriegsköln wurde der Paragraf sehr stark verfolgt. Oft reichte auch hier bereits ein Verdacht, um die Kariere und den Ruf einer Person nachhaltig zu schädigen oder sogar eine Verurteilung zu erwirken.
Das Mahnmal wurde dem „Rosa Winkel“ nachempfunden, die homosexuellen Männer in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern an die Häftlingskleidung angenäht wurde. Dies war nicht die einzige Kennung für Häftlinge, der lila Winkel mussten beispielsweise Zeugen Jehowas tragen, einen roten Winkel politisch Gefangene.
Als nächstes darf sich abgekühlt werden im 1984-86 gestalteten Paolozzibrunnen. Künstler Eduardo Paolozzi in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsarchitekten Georg Pencker und Architekt Erich Schneider nutzten für den Spielbrunnen die Steine der nach dem II. Weltkrieg abgetragene Hohenzollernbrücke. Die Form erinnern an eine gestrandete Barke um die das Wasser fließt. Es soll kein ehrwürdiger Erinnerungsort sein, sondern laut Paolozzi ein interaktives Kunstwerk.
Entlang des Stapelhauses und des Fischmarkts gelangt man zum „Kalten Eck“. Das Denkmal für HIV-Verstorbene wurde seit 1992 in den Boden eingelassen. Die Steine sind mit Namen versehen und wird von Freund*innen oder der Familie der Opfer gestiftet. Diese Kunstinstalation gehört zu den Arbeiten „Denkraum: Namen und Steine“ von Künstler Tom Fecht. Die Steine hier in Köln sind alle sogenannte Katzensteine, bereits einmal genutzte und hier wiederverwendete Pflastersteine.
Historische Aufnahme: Blick auf das Kölner Rheinufer mit Groß St. Martin und dem Dom im Hintergrund
Direkte Umgebung
Groß St. Martin
„Ma`Alot“
Hänneschentheater
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Reproduktions-Nr: rba_mf191780
Köln, Rheinufer, 1878, Print © Kölnisches Stadtmuseum, Photographische Sammlung, rba, 2026Reproduktions-Nr: rba_mf159954
Groß Sankt Martin, Rheinufer, Print © Kölnisches Stadtmuseum, Photographische Sammlung, rba, 2026