Unter diesem Platz spielt die Musik – Der Heinrich-Böll-Platz

Der zwischen Museum Ludwig und Hohenzollernbrücke und Dom gelegene Platz trägt mit dem Namen Heinrich Bölls den eines Kölners, der im Laufe seines Lebens zusehends mit seiner Heimatstadt fremdelte.

Lange vor der Gestaltung der Domumgebung in den 1980er Jahren stand an dieser Stelle noch die Stiftskirche Maria ad gradus (zu deutsch: zu den Stufen). Die Kirche, an denen Pilger*innen vorbei zum Dom gelangten, wurde allerdings bereits 1816/17 abgerissen.

1986 wurde schließlich das Gebäudekomplex des Museum Ludwigs eröffnet, das auch die Philharmonie beherbergt. Der darüber gestaltete Platz wurde nach dem im Jahr zuvor verstorbenen Kölner Schriftsteller Heinrich-Böll benannt. Der 1917 geborene spätere Literaturnobelpreisträger und Ehrenbürger hatte allerdings ein ambivalentes Verhältnis zu seiner Heimatstadt. Vor allem mit dem nach dem II. Weltkrieg wieder aufgebauten Köln konnte er sich nicht mehr anfreunden. Über seine Meinung zur Benennung des Platzes zu seinen Ehren lässt sich heute nur noch spekulieren.

Der Heinrich-Böll-Platz in der Entstehungsphase

Highlights

„Ma’Alot“ – Die 1886 eröffnete Installation des israelischen Künstlers Dani Karavan (1930-2021) macht den Platz zu einem der künstlerisch eindrucksvollsten. Der hebräische Name bedeutet Stufen und nimmt damit Bezug auf die Geschichte des Platzes. Die verwendeten Materialien spielen zudem auf die Umgebung an: ein 11 Meter hoher Granitturm, der das Pflaster des Roncalli-Platzes widerspiegelt; roter Backstein, wie das Museum Ludwig und Eisenbahnschienen wie am Hauptbahnhof. Deutungen, die die Installation mit Erinnerung an jüdische Geschichte in Verbindung bringen hat Karavan weder bestätigt noch abgelehnt, sondern bewusst offengelassen.

Ein Stück vergangener Geschichte Eine Säule der alten Kirche Maria ad gradus befindet sich heute noch auf dem Domherrenfriedhof vor dem Domchor.

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