Warum die Gebeine Heiligen Drei Könige dieses Tor wohl nie passierten – Das Dreikönigenpförtchen und der Lichhof

Das Dreikönigenpförtchen als südliches Immunitätstor des Stiftsbezirks wurde um 1330 durch die Dombauhütte in gotischem Stil angefertigt. Über dem eigentlichen kleinen Mauerdurchgang zum Lichhof von St. Maria im Kapitol befindet sich eine Figurengruppe mit einer sitzenden Maria mit Kind und den Heiligen Drei Königen in einer Maßwerkgalerie.

Nun kommen wir zu unserem Zeitsprung.

Der Überlieferung nach soll Erzbischof Rainald von Dassel 1164 an dieser Stelle die Gebeine der Heiligen Drei Könige in die Stadt gebracht haben. Durch das Dreikönigenpförtchen! Die Gebeine gelangten als Kriegsbeute in seinen Besitz nachdem er mit den Kölner Truppen Mailand für Kaiser Friedrich Barbarossa bezwang.

Durch welches Tor, die Gebeine nun nach Köln gelangt sind, ist eigentlich gar nicht so wichtig. Im 19. Jh. entstand also der Irrglaube, es würde sich um die Pforte handeln. Dies hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Pforte die Säkularisierung überdauert hat und nicht abgerissen wurde.

1842 wurden das vom Verfall bedrohte Pförtchen und seine Skulpturen sogar auf Veranlassung des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm durch den damaligen Stadtbaumeister Johann Peter Weyer restauriert.

Bemerkenswert ist, dass die Schauseite der Pforte auf die ehemalige Stiftsfreiheit hin ausgerichtet ist. Unmittelbar vor dem Pförtchen lag innerhalb der Immunität der Friedhof des Stifts, worauf der Name des Platzes „Lichhof“ noch heute hinweist.

 

Dreikönigspförtchen

Highlights

Die Originale sind im Museum – Die vier Skulpturen sind seit 1981 durch Kopien ersetzt. Die Originale befinden sich heute im Museum Schnütgen.

Das letzte seiner Art – Es ist heute das einzige noch erhaltene Immunitätstor eines Kölner Stiftsbezirks. Auch wenn es mehrfach instandgesetzt wurde, vermutlich bereits 1460 mit Geldmitteln von Johann Hardenrath.

Der Höhenunterschied erzählt Geschichte – An der langen Treppe vom Lichhof in östliche Richtung, kann man den ursprünglichen Höhenunterschied zum Rhein hinabsehen. Bis hier befand sich die römische Stadt Köln.

Eine Skulptur gegen das Vergessen – Auf dem Lichhof steht die Skulptur „Die Trauernde“.  Bildhauer Gerhard Marcks schuf sie 1949 im Auftrag der Stadt Köln zum Gedenken an die Opfer des II. Weltkriegs.

 

 
 
 

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