Glockenturm ohne Glocke– Klein St. Martin

Heute steht nur noch ein Turm der ehemaligen Kirche Klein St. Martin. Ihren Namen erhielt sie, da sie deutlich kleiner war als Groß St. Martin.

Es handelt sich hierbei um eine ehemalige Pfarrkirche zugehörig zu St. Maria im Kapitol. Erstmals wird sie im 11. Jh. erwähnt und im 15. Jh. weitestgehend neugebaut. Als eine der wenigen Pfarrkirchen erscheint sie mit hohem gotischem Knickhelm auf der Kölner Stadtansicht von 1531 des Anton Woensam. Wie viele andere Pfarrkirchen zeigte auch die Martinskirche durch wertvolle Ausstattung und dem reichen Bau das Erstarken der Pfarrgemeinden in Köln. So erhielt sie beispielsweise 1554 eine neue Orgel. Diese gelangte nach der Säkularisierung und dem Abriss von Klein St. Martin in die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus in Porz-Urbach. Vor ihrem Abriss handelt es sich um eine fünfschiffige Hallenkirche.

Doch warum blieb nun ein Turm bestehen? Die benachbarte Damenstiftskirche St. Maria im Kapitol besahs bereits seit dem 17. Jh. keine Westturmgruppe mehr. Die Glocken aus Maria im Kapitol wurden aus diesem Grund in die zugehörige Pfarrkirche Klein St. Martin gebracht.

Es handelt sich also um einen glücklichen Zufall, dass der Turm bestehen blieb und sogar nach der Kriegszerstörung im II. Weltkrieg wieder aufgebaut wurde. Das ursprüngliche mittelalterliche Geläut hat allerdings den Krieg nicht überdauert.

Kirche Klein St. Martin

Keine Glocke – Heute ist die Glockenstube leer, durch die Zerstörung im II. Weltkrieg.

Andachtskapelle im Untergeschoss – 1954 wurde im Untergeschoss eine Andachtskapelle eingerichtet. Das Bronzeportal von 1963 und Tabernakel wurden von Heribert Calleen gefertigt.

 
 
 

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