Vom Wasserarm zum pulsierenden Stadtplatz – Der Heumarkt

Heute nur noch schwer vorstellbar, doch befand sich hier ursprünglich in der Antike noch ein Rheinarm, der die Insel mit Groß St. Martin umschloss und als Hafen genutzt wurde. Ab dem 4. Jh. verlandete er und ab 922 ist der Alter Markt zusammen mit dem Heumarkt erstmals urkundlich als mercatus coloniae (Kölner Markt) belegt. Um 1075 wurden die beiden Plätze städtebaulich getrennt. Auf dem Heumarkt wurde fortan Getreide, Futtermittel, Gemüse und Vieh gehandelt.

1259 gewährte der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden der Stadt Köln das Stapelrecht, wodurch alle Güter die Köln erreichten, besonders auf dem Rhein, nun für drei Tage den Kölnern zum Kauf angeboten werden mussten. Dies führte zu einem großen Reichtum der Stadt und einer Umstrukturierung des Marktviertels. Gehandelt wurden in Köln Lebensmittel, Salz, Wein, Vieh, Pferde, Leder, Pelze, Roheisen, Rohstoffe für das Bau- und das Textilgewerbe. In Köln konnte man alles erwerben, was im Mittelalter bekannt war, ähnlich wie in Venedig.

Der Heumarkt war ursprünglich ein komplett geschlossener längstrechteckiger Platz, der bis über den Brückenzubringer an die Brauerei „Zur Malzmühle“ reichte. Einige Häuser zeugen noch heute von seiner einstige Prachtarchitektur, wie die „Malzmühle“ und das „Haus Päffgen“ an der Salzgasse aus der Barockzeit oder das „Gilden im Zims“ Nr. 77 von 1568.

1492 wurde auf dem Platz das Waaghaus errichtet. Im Mittelalter diente er zudem als Richtstätte für hochgestellte Persönlichkeiten und politische Verbrecher.

1727-30 entstand in der Platzmitte die Waren- und Produktenbörse im spätbarocken Stil. Heute befindet sich an dieser Stelle das Reiterdenkmal für den preußischen König Friedrich Wilhelm III. aus den 1870er Jahren.

 

Der Heumarkt 1851

 
 
 
 

Was es zu entdecken gibt

2016/17 befasste sich die Ausstellung „Drunter und drüber“ des Kölnischen Stadtmuseums und des Römisch-Germanischen Museums mit der Geschichte des Heumarkts und den Ausgrabungen durch den Bau der Tiefgarage.

Seit den 2000er Jahren ist hier der Mittelpunkt der Cologne Pride.

1848/49 hatte die Redaktion der Neuen Rheinischen Zeitung unter Karl Marx und Friedrich Engels ihren Sitz am Heumarkt. Aus diesem Grund gibt es auch eine Karl Marx Statue im neuen Figurenprogramm des Ratsturms.

Im Brauhaus „Gilden im Zims“ lohnt sich ein Gang in die unteren Stockwerke, hier werden viele Ausgrabungsfunde ausgestellt.

 
 

direkte Umgebung

Reiterdenkmal König Friedrich Wilhelm III.

Alter Markt

Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

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  • Reproduktions-Nr: rba_d040635
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Aufnahmedatum: 17.08.2016
    Wattler, Tilmann, Auf dem Heumarkt in Köln 1851, Kölnisches Stadtmuseum, Köln, Inv.-Nr. A I 3 /489 b

    Reproduktions-Nr: rba_mf175300
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Katasterplan von Köln, Blatt 1: Heumarkt, Drususgasse, Stolkgasse, Eintrachtsstraße, Machabaerstraße, Rhein, 1923, Historisches Archiv der Stadt Köln, Köln

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