Von Hähnen und Rasierspiegeln – Das Südportal des Kölner Doms
Auch der Kölner Dom wurde im II. Weltkrieg beschädigt. Viele Bauteile und Bereiche wurden originalgetreu restauriert oder wiederaufgebaut, doch gab es auch wunderbare Neuschöpfungen der Nachkriegszeit. So wurde für die Neuschaffung der Bronzetüren des viertürigen Südportals 1948 der Künstler Ewald Wilhelm Hubert Mataré (1887-1965) beauftragt.
Das Südportal umfasst die Bischofs- und Papsttüre die zum Domjubiläum 1948 eingebaut werden konnten, die Pfingsttüre von 1953 und die Schöpfungstüre aus dem Jahr 1954.
Papst- und Bischofstür werden bestimmt durch die beiden Wappen der damaligen Kirchenfürsten: Papst Pius XII. (1939-58) und Kölner Erzbischof Josef Kardinal Frings (1942-69). Unter dem aufwändigen Wappen Papst Pius XII. sind als Symbol für Wachsamkeit und Hingabe ein Hahn und ein Pelikan zu sehen. Die Türflügel unter dem Wappen des Kölner Erzbischofs Kardinal Frings zeigen in kreisförmiger Anordnung sieben Kölner Heilige. Die Wappen und Tierdarstellungen werden durch farbige Mosaike hervorgehoben.
Die bestimmenden Motive der Schöpfungstür rechts, sind eine über allem schwebende Hand Gottes, der brennende Dornbusch und die Verklärung auf dem Berge Tabor. Die linke Tür, die Pfingsttür zeigt eine Darstellung des brennenden Kölns und den knienden Noah, über diesen ist ein goldener Regenbogen als Hoffnungssymbol abgebildet.
Mataré beteiligte des Öfteren seine Meisterschüler der Bildhauerklasse an der Düsseldorfer Kunstakademie an der Ausführung seiner Werke. So wurde das Relief des brennenden Kölns vom jungen Joseph Beuys umgesetzt, ebenso wie die Mosaikarbeiten der Türen. Beuys arbeitete ein Fragment seines Rasierspiegels in das Wappen des Erzbischofs Kardinal Frings ein. Allerdings fielen die Spiegelsplitter bald raus und wurden nicht wieder ersetzt.
Das Südportal des Kölner Doms
Was es zu entdecken gibt
Ewald Mataré gestaltete in Köln noch den Kallendresser auf dem Alter Markt, den Taubenbrunnen auf der Westseite des Doms und die Eingangstüren des nach Kriegsschäden wieder aufgebauten Gürzenichs.
Ewald Mataré gab einen weiteren Auftrag an Joseph Beuys weiter: die Ausführung der Kopie der Trauernden Eltern nach Käthe Kollwitz.
Joseph Beuys pflanzte 1985 drei Linden und platzierte dazu Basaltstelen vor dem Chor der Kirche St. Gereon. Die Aktion, Teil seiner "Stadtverwaldung ist im Zusammenhang mit seiner Kunstaktion der 7000 Eichen zu sehen. Das Jahr und der Ort waren bewusst gewählt, in Köln wurde das Jahr der romanischen Kirchen gefeiert und der Wiederaufbau und die Restaurierungen in St. Gereon waren endlich abgeschlossen.
Ein Besonderes Detail im Gitter an der Südfassade, gestaltet von Bildhauer Paul Nagel zeigt einen Wolf. Der Wolf schleicht sich von hinten an die Domherren an, die das Geld für dieses Gitter bewilligen sollten. Eine Anspielung an Dombaumeister Prof. Dr. Arnold Wolff, der sich besonders für die Südfassade einsetzte.
direkte Umgebung
Dionysosmosaik
Südquerhausfenster Gerhard Richter Fenster Kölner Dom
Römisches Nordtor
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