Wo Köln auf Sendung ging – WDR Rundfunkgebäude (Funkhaus)

Das Funkhaus am Wallrafplatz wurde nach kurzer Bauzeit bereits 1952 eröffnet. Es war eines der ersten großen Bauvorhaben im kriegszerstörten Köln durch Architekt Peter Friedrich Schneider, auf Initiative des Intendanten Hanns Hartmann. Ziel war es rasch Ersatz für das zerstörte Gebäude des ehemaligen Reichssenders in der Dagobertstraße zu schaffen und damit den neuen NWDR am Standort Köln arbeitsfähig zu machen. Es folgten 1965 das „Haus Rechtschule“ mit Fernsehstudios und das 1968 über die Tunisstraße gebaute „WDR Archivhaus“.

Ursprünglich befand sich hier das seit 1589 dem Brauer Michael Hermann gehörende „Haus zum Salzrump“. Aus diesem entwickelte sich das Brauhaus „zum Salzrümpchen“, welches seit 1898 zur „Hirsch-Brauerei Cöln“ aus Köln-Bayenthal gehörte.

In zwei Bauabschnitten 1948-52 und 1953-54 wurde unter Einbeziehung des Hotels "Monopol" ein flachgedeckter 5-6-geschossiger Bau realisiert. Der Bau gruppiert sich um einen Innenhof zwischen Unter Fettenhennen, Wallrafplatz, An der Rechtschule und Funkhausprivatstraße. Überwiegend wurde er in Stahlkonstruktion bzw. Stahlbetonskelettbauweise errichtet und außen mit einer Verblendung aus Travertinplatten verkleidet. Gegliedert wurde der Bau u.a. mit freigestellten bronzeverkleideten Stützen, gekurvten Fassaden, einem Reliefelemente von Karl Hartung in verschiedenen Größen (1964) an der Rechtschule und einer Verglasung bestehend aus blaugrüne Stahlrahmenfenstern.

Das Kölner Funkhaus galt als eines der modernsten Europas, es besteht aus einer Fläche von 16.000 qm. Besonders sehenswert im Innern ist der funktionstüchtige Paternoster mit seinen hölzernen Schiebetüren im Erdgeschoss und dem kleinen und großen Sendesaal. Die originale Ausstattung der 1950er Jahre besteht u.a. aus Klappsesseln, reichen Holzverkleidungen aus Birnbaum, einer reich gegliederten Stuckdecke und Wand- und Deckenbeleuchtungen.

 

Stollwerck

 
 
 

Was es zu entdecken gibt

Die Konzertorgel von J. Klais, Bonn im großen Sendesaal ist wieder bespielbar.

Am 25.12.1952 wurde die erste Kölner Fernsehsendung ausgestrahlt für geschätzte 200 Fernsehzuschauer*Innen „Kölsch Kreppenspillche“, Volkstänze und Reportagen folgten.

Dem Paternoster wurde durch Heinrich Böll in seiner Erzählung "Doktor Murkes gesammeltes Schweigen" (1955) ein literarisches Denkmal gesetzt.

 
 

direkte Umgebung

Museum für Angewandte Kunst (MAKK)

Kölnisches Stadtmuseum

DomForum

Stollwerksgebäude Hohestraße

  • Reproduktions-Nr: rba_mf086029
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv, um 1910
    Straße, Köln

    Reproduktions-Nr: rba_mf140438
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv, 1945 Straße, Köln
    Zerstörungen

    Reproduktions-Nr: rba_mf710048
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Stadtansicht, Platz, Köln
    Blick vom Dom über dem Wallrafplatz auf die Minoritenkirche und das alte Wallraf-Richartz-Museum

    Reproduktions-Nr: rba_mf104535
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Blick auf Hotel "Monopol", Retro von Postkarte, um 1900

    Reproduktions-Nr: rba_mf137317
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
    Nordost-Seite mit Blick auf "Unter Fettenhennen", um 1930

    Reproduktions-Nr: rba_d101937_01
    Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv, 2024
    Platz, Köln

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Das Fenster, das den Dom in Farbe taucht – Das Richter Fenster