Das Fenster, das den Dom in Farbe taucht – Das Richter Fenster

Das jüngste Domfenster, das Südquerhausfenster wurde 2007 geweiht und von Künstler Gerhard Richter als sein erstes Kirchenfenster entworfen. 106 m² groß umfasst es 11.263 Farbquadrate in 72 Farben.

Die Quadrate haben eine Kantenlängen von 9,6 cm und wurden nach dem Zufallsprinzip angeordnet. Doch ein konzentrierter Blick lohnt, denn Richter setzte Wiederholungen ein: im großen Fenster spiegeln sich die Bahnen 1 & 3, 2 & 5 und 4 & 6 miteinander. Richter ließ mundgeblasenes Echt-Antikglas von der Firma Derix Glasstudios herstellen, doch setzte er auf eine ganz neue Idee in der Ausführung: Die Farbquadrate sind nicht mit Bleiruten zusammengehalten, sondern auf einer Trägerscheibe mit Silikon fixiert, wodurch ein anderes Seherlebnis entsteht.

Vor dem Einbau des Richter Fensters gab es bereits zwei Vorgängerfenster. 1863 befanden sich im Südquerhausfenster Darstellung von weltlichen und christlichen Herrschern des Königlichen Glasmalerei-Institutes in Berlin-Charlottenburg, die das preußische Königshaus stiftete. Dieses erste Fenster wurde im II. Weltkrieg zerstört und 1948 durch eine schlichte Ornamentverglasung von Wilhelm Teuwen ersetzt. Das Fenster waren nach 50 Jahren mittlerweile renovierungsbedürftig. Zudem wurde das Fenster als sehr störend bei der Messe empfunden, denn es war recht Farblos gehalten und das einfallende Licht blendete.

2003 entschloss sich das dafür zuständige Kölner Domkapitel, das Fenster erneuern zu lassen mit dem Wunsch den deutschen Märtyrern des 20. Jhs. wie Edith Stein und Maximilian Kolbe ein Denkmal zu setzen und an den Holocaust zu erinnern. Die bildlichen Entwürfe der beauftragten Künstler überzeugen jedoch nicht, doch der abstrakte Entwurf von Gerhard Richter, den die damalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner persönlich um einen solchen gebeten hatte.

 

Das Richter Fenster

 
 
 

Was es zu entdecken gibt

Die ausgewählten 72 Farben gleichen den Farben, die sich in den mittelalterlichen Domfenstern wiederfinden.

Die 370.000 Euro Herstellungskosten wurden durch etwa 1200 Spender finanziert; Gerhard Richter selbst arbeitete ohne Honorar.

Zeitgenössische Kunst hat viele Liebhaber und auch Gegner, so gab es zu diesem Fenster auch viele negative Berichte u.a. von Kardinal Meisner.

Besonders sehenswert ist der Innenraum bei guter Sonnenlichteinstrahlung. Das Fenster beleuchtet und koloriert die Architektur und schafft eine ganz besondere Raumatmosphäre.

 
 

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