Dialog zwischen Kunst und Design – Museum für angewandte Kunst (MAKK)

Wer sich dieses Gebäude anschaut, hat gleich zwei verschiedenen Geschichten vor Augen: die Architektur und das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK).

Gegründet wurde das zweitälteste Museum der Stadt Köln, bereits 1888 unter dem Namen „Kunstgewerbe-Museum". Der historische Bestand umfasst die Sammlungen des Gelehrten und Sammlers Ferdinand Franz Wallraf (1748-1824) und Matthias Joseph de Noël (1782-1849) und wurde rasch durch qualitätvolle Stiftungen erweitert.

Doch zunächst befand sich das Museum in der Taubstummenschule „An der Rechtschule" und ab 1900 in einem repräsentativen neugotischen Bau des Architekten Brantzky am Hansaring.

Im frühen 20. Jh. kam es zu einer Museumsreform und somit einer Neuordnung des Bestands, im Zuge dessen wurden Museen Neugegründet, wie das Wallraf-Richartz-Museum, oder Bestände an bestehende Museen gegeben wie das Kölnische Stadtmuseum oder das Römisch-Germanische Museum.

Da das Gebäude am Hansaring im II. WK zerstört wurde, konnte die bereits vorher ausgelagerte Sammlung als Interim die Eigelsteintorburg beziehen und ab 1961 das romanische Overstolzenhaus.

Seit 1989 befindet sich das MAKK unter neuem Namen im heutigen Gebäude, erbaut 1957 von Rudolf Schwarz und Josef Bernard.

Schwarz und Bernard schufen hier einen Museumsneubau der Nachkriegszeit, der trotz der allgemeinen Ablehnung der Architektur des 19. Jhs. einen bewussten Bezug zum Historismus und den Vorgängerbauten zeigt. So wurden die Proportionen übernommen, wie auch der Grundriss des Konvents und in den Seitenflügeln des Innenhofs die Mauerreste des ehemaligen Kreuzgangs.

Von außen ist der schlichte dreigeschossige Ziegelsteinbau vertikal durch Lisenen, Fensterreihen und parallele Giebeldächer gegliedert, wodurch er geschlossen wirkt. Das kathedralhafte Innere wird erst nach dem niedrigen Foyer offenbart: die zentrale Haupthalle mit offenem Treppenhaus, Galerien und Innenhof.

Der direkte Vorgängerbau, im II. Weltkrieg gänzlich zerstört, wurde 1855-61 an gleicher Stelle nach Plänen von Joseph Felten, Julius Raschendorff und August Stüler erbaut. Der historistische Bau, lehnte sich mit einer strengen Neugotik an die Minoritenkirche des 13. Jhs. an. Hier wurde nun ein Gebäude für das 1827 gegründete Wallrafianum, der Sammlung Ferdinand Franz Wallrafs geschaffen. Dieser allererste Museumsbau des Rheinlands konnte durch die Stiftung von 100.000 Taler durch den Kaufmann Johann Heinrich Richartz (1795-1861) realisiert werden und das Museum wurde eröffnet unter dem neuen Namen: Wallraf-Richartz-Museums.

Genutzt wurde die Fläche der Konventsgebäude des ehemaligen Minoritenklosters, ursprünglich Franziskanerkloster, die im Zuge der Säkularisation abgebrochen wurden. Die typische sehr zurückhaltende und schlichte Architektur des Bettelordens ist noch in Teilen im Innenhof des MAKK und in der Minoritenkirche sichtbar.

Stadtmuseum Köln, um 1860

Highlights

Führungen in Gebärdensprache – Im MAKK finden regelmäßig Führungen in Deutscher Gebärdensprache durch den Museumsdienst Köln statt.

MAKK-Kreativlabor – Mit dem MAKK-Kreativlabor hat das Museum Anfang 2026 einen weiteren offenen Lernort geschaffen: ein Multifunktionsraum, der als Workshopbereich, Dritter Ort und Repair-Café dient.

Innenhof im Sinne des alten Kreuzgangs – Auch heute ist der Innenhof, ganz im Sinne eines Kreuzgangs, eine kleine Oase in der Innenstadt, gestaltet mit einer Brunnenanlage des Malers und Bildhauers Ewald Mataré (1887-1965).

Die Gründer wachen über den Eingang – Neben dem Eingang befinden sich Sitzfiguren von Ferdinand Franz Wallraf und Johann Heinrich Richartz durch Wilhelm Albermann 1900 geschaffen.

Älteste noch erhaltene Parkanlage Kölns – Neben dem MAKK befindet sich die älteste noch erhaltene Parkanlage Kölns. Hier sind römische Grabdenkmale, ein Denkmal von Adolf Kolping und ein Teilsegment der antiken Frischwasserleitung zu sehen.

Kunst im Vorbeigehen – Das Museumsumfeld wird auch durch Ausstellungen und Installationen aufgewertet.

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