Kein Wiederaufbau – Die Ruine Alt St. Alban erzählt vom Krieg

Mitten in der Innenstadt, direkt am jüdischen Viertel liegt St. Alban. Die Kirche wurde 1172 erstmals erwähnt und nach zahlreichen Umbauten im Mittelalter wurde sie 1668-72 durch Baumeister Arnold Gülich als Hallenkirche neugestaltet. Das Kirchengebäude wurde im II. Weltkrieg bis auf den Turm (1494) zerstört. Im Gegensatz zu den meisten Kirchen in Köln, wurde St. Alban weder abgerissen noch wiederaufgebaut, sie blieb als Ruine stehen. Baulich gesichert handelt es sich nun um ein Mahnmal für die Toten der Weltkriege und der NS-Diktatur.

Alt St. Alban ist seit 1959 eng verbunden mit dem ehemaligen Kaufhaus- und Festsaalbau, den die Stadt 1441-47 auf dem Grundstück der Patrizierfamilie von Gürzenich errichtete. Im Norden grenzt seit 2001 das Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud an, dessen Panoramafenster im Stiftersaal die Kirche mit einbezieht.

Durch die leeren Türöffnungen in der Westfassade erblickt man ebenso wie aus den Fenstern des Gürzenichs und des Wallrafs die „Trauernden Eltern“. Es handelts isch hierbei um eine Kopie von Ewald Mataré bzw. seinen beiden Meisterschülern Joseph Beuys und Erwin Heerich nach Originalen von Käthe Kollwitz.

2000-07 wurde Alt St. Alban mit Mitteln der Imhoff-Stiftung und des Landes Nordrhein-Westfalen denkmalgerecht restauriert. Die Ruine ist aktuell in einem schlechten Zustand und müsste wieder saniert werden.

    • Mahnmale für die Weltkriege: „Trauernde Eltern“ nach Originalen von Käthe Kollwitz und Kriegsgefangenenmahnmal mit der Inschrift: „Noch warten Kriegsgefangene auf ihre Heimkehr“.

    • Im Turmerdgeschoss befindet sich die Sankt-Bruder-Konrad-Kapelle von 1960.

    • Heute heißt sie Alt St. Alban, denn die Kirchengemeinde hat einen Neubau im Stadtgarten erhalten. Viele Ausstattungsgegenstände wurde überführt. Neu St. Alban wurde 1958/59 nach Plänen von Hans Schilling aus Trümmerziegeln der Oper errichtet.

  • Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud

    Haus Neuerburg

    Gürzenich

  • fehlend

Bildcredits

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