Eine Silvesterpredigt die alles veränderte – Das Denkmal für Josef Kardinal Frings
Was hat eine Silvesterpredigt, große Not und ein neues Wort miteinander gemeinsam? Genau Josef Kardinal Frings.
Kardinal Frings ist wohl der populärste Bischof Kölns und gilt als eine der bedeutendsten Figuren der deutschen Kirche in der Nachkriegszeit. Mit 55 Jahren wurde er 1942 überraschend für das Amt des Erzbischofs von Köln bestimmt. Ganz nach seinem erzbischöflichen Wappenspruch Pro hominibus constitutus (Für die Menschen bestellt) setzte er sich für alle Menschen ein. Auch für Verurteilte Kriegsverbrecher in der Nachkriegszeit.
In der Zeit des Nationalsozialismus predigt Frings immer wieder gegen die Verfolgungen und Gräueltaten und beruft sich auf die obersten Gebote der Christen: man solle nicht töten und man solle einander lieben, wie auch Christus einen liebt.
Obwohl Frings die Judenverfolgung öffentlich als „himmelschreiendes Unrecht“ bezeichnete und öffentlich den Massenmord an den Juden deutlich verurteilten, bewahrte ihn offenbar seine große Beliebtheit vor der Verhaftung und er wurde von der Gestapo als fromm und harmlos eingestuft.
Doch was hat es jetzt mit dem neuen „kölschen“ Wort auf sich?
In der Silvesterpredigt von 1946 in der Kirche St. Engelbert in Riehl thematisierte Frings die schlechte Versorgungslage im Nachkriegswinter und die aus blanker Not der Bevölkerung zahlreichen Plünderungen von Kohlenzügen. Das Wort „fringsen“ war für die Kölner*innen geboren, also ein Wort für „hamstern / Mundraub begehen“. Doch tatsächlich predigte Kardinal Frings auch, dass unverzüglich unrechtes Gut zurückgeben werde solle, sonst würde Gott nicht verzeihen. Dies wurde anscheinend großzügig überhört.
Das Denkmal auf dem Laurenzplatz ist eine überlebensgroßen Bronzebüste, von Bildhauer Kurt Emil Hugo Arentz (1934-2014) geschaffen und 1998 errichtet worden.
Denkmal für Josef Kardinal Frings
Highlights
Ehrenbürger – Bis heute wurde nur 24 Ehrenbürger*innen der Stadt ernannt, Frings erhielt die Ehrung 1967.
Plakette in St. Engelbert in Riehl – Auf der Kanzel dieser Kirche sagte Kardinal Josef Frings in seiner Silvesterpredigt 1946: „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann.“
Neologismus – Daraufhin prägte der Kölner Volksmund das Wort fringsen.
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Kardinal Frinks_c_Kölnisches Stdtmuseum, Anke Leyendecker