Der Gülichplatz von oben

Gülichplatz

Wo Kölns Klüngel und Korruption Konsequenzen hatten

Der Gülichplatz © Bernd Lehnert

In der Kölner Bürgerschaft formierte sich eine Gruppe, die dies bekämpfen wollte, an ihrer Spitze der Wein- und Bandwarenhändler Nikolaus Gülich. 1683 stürmten sie schließlich, nach jahrelangen Auseinandersetzungen das Rathaus, verhafteten die beiden Bürgermeister und wählten einen neuen Rat. Doch bereits zwei Jahre später kehrten die ehemaligen Ratsherren in ihre Ämter zurück.

Nikolaus Gülich wurde als Rädelsführer inhaftiert und zum Tode verurteilt. Auf der Mülheimer Heide wurde er mit dem Schwert enthauptet. Seinen Kopf spießte man zur Abschreckung auf einer eisernen Stange auf. Per Gerichtsbeschluss wurde sein Wohnhaus an der Ecke Obenmarspforten / Gülichplatz abgerissen und der Platz sollte nie wieder bebaut werden. Stattdessen wurde eine Schandsäule zur Abschreckung errichtet, mit einem Bronzekopf mit seinen Gesichtszügen, um die Erinnerung an seine Taten und Verurteilung präsent zu halten.

Unter französischer Besatzung wurde Nikolaus Gülich als Freiheitskämpfer gefeiert, die Schandsäule 1797 zerstört und der mit einer Bürgerkrone bekränzte Bronzekopf der Säule feierlich durch die Stadt getragen.

Der Gülichplatz verbindet MiQua, Wallraf-Richartz-Museum und Rathaus zu einem Stadtraum, in dem unterschiedliche Zeiten direkt aufeinandertreffen.

Köln kann man sich kaum ohne Klüngel vorstellen. Doch nahm dies in der Vergangenheit durchaus auch Größenordnungen ein, die nicht mehr tragbar waren. So war beispielweise im 17. Jahrhundert von den festgelegten Grundsätzen im Verbundbrief, wie Rechtssicherheit und Schutz des Gemeinwohls wenig übrig. Die Vorherrschende Korruption und Misswirtschaft führte zu großem Unmut in der Bevölkerung.

der Gülichplatz

Schicht für Schicht erzählt

Unter dem Pflaster liegen römische Abwasserkanäle und das jüdische Viertel. Darüber treffen MiQua, Wallraf-Richartz-Museum und Haus Neuerburg, Fastnachtsbrunnen und Farina-Haus aufeinander – Orte, die von Kunst, Erinnerung, Duftgeschichte und urbanem Leben erzählen.

Auf einen Blick

Der Gülichplatz

Namensvetter – Die Firma Farina befindet sich genau gegenüber dem Platz und hat den Platznamen in ihrem Firmennamen übernommen.

Viele Orte können auch gehört und digital erkundet werden:
Zum Beispiel in der Via Culturalis Audiotour-App.

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