Luftaufnahme des Alter Markts mit dem historischen Rathausturm, bunten Altstadthäusern und dem Jan-von-Werth-Brunnen. Rund um den weitläufigen Platz sind Menschen, Außengastronomie und die dichte Bebauung der Kölner Innenstadt zu sehen.

Alter Markt

Wo Einst Wasser floss, strömen heute Menschen

Der Alter Markt © Bernd Lehnert

Der Kölner Erzbischof Pilgrim errichtete nach 1024 mittig auf dem Alter Markt die erzbischöfliche Münzprägeanstalt. Der hier geprägte „Kölner Pfennig“ entwickelte sich zu einer der führenden Währungen des Reiches und wurde sogar in Skandinavien genutzt. Um 1075 wurden die beiden Plätze städtebaulich getrennt.

1259 gewährte der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden der Stadt Köln das Stapelrecht, wodurch alle Güter die Köln erreichten, besonders auf dem Rhein, nun für drei Tage den Kölnern zum Kauf angeboten werden mussten. Dies führte zu einem großen Reichtum der Stadt und einer Umstrukturierung des Marktviertels. Gehandelt wurden in Köln Lebensmittel, Salz, Wein, Vieh, Pferde, Leder, Pelze, Roheisen, Rohstoffe für das Bau- und das Textilgewerbe. In Köln konnte man alles erwerben, was im Mittelalter bekannt war, ähnlich wie in Venedig.

Seine längliche Platzform ist seit dem 12. Jh. belegt und wurde trotz völliger Zerstörung im II. Weltkrieg beibehalten, da die Wohn- und Geschäftshäuser beim Wiederaufbau die alten Umrisse bewahrten. Nur im Westen wurde die Einheitlichkeit des Platzes durch den Neubau der Treppe am Ratsturm und des marktseitigen Rathausbaus stark verändert.

An der Ecke Lintgasse gibt das Doppelhaus „Zur Brezel“ und „Zum Dorn“ (1580) einen Eindruck der originalen Bebauung der Renaissance.

Im 15. Jh. wurde der Platz als Turnierplatz und für den Pranger genutzt, zudem wurde hier Obst und Butter verkauft, es gab ein Brothaus, eine Fleischhalle und Schöffenstuhl.

Postkartenmotiv und Alltag zugleich. Zwischen Fassaden und Außengastronomie spielt sich hier Kölns öffentliche Bühne ab – laut, gesellig, manchmal übervoll. Und doch bleibt er einer der wenigen Orte, an denen Geschichte ganz selbstverständlich Teil des Alltags ist.


Wer heute über den Alter Markt flaniert, kann sich kaum vorstellen, dass hier in der Antike und dem frühen Mittelalter noch Schiffe lagen. Ursprünglich befand sich hier in der Antike ein Rheinarm der die Insel mit Groß St. Martin umschloss und als Innerstädtischer Hafen genutzt wurde. Den Höhenunterschied zur Stadt kann man heute noch sehr gut sehen, z.B. an der Treppe neben dem Ratsturm. Ab dem 4. Jh. verlandete der Rheinarm und Hafen stetig und ab 922 ist der Alter Markt zusammen mit dem Heumarkt erstmals urkundlich als mercatus coloniae (Kölner Markt) belegt.

der Alter Markt

Wo Köln Charakter zeigt

Rund um den Alter Markt begegnen sich kölscher Humor, mittelalterliche Architektur und alte Legenden. Groß St. Martin prägt die Silhouette, während Tünnes und Schäl, der Kallendresser und der Jan-von-Werth-Brunnen von den Menschen, Eigenarten und Erzählungen der Stadt berichten.

Auf einen Blick

Der Alter Markt

Großveranstaltungen und Karneval – Heute wird der Platz an Karneval oder der Cologne Pride und für weitere Großveranstaltungen genutzt.

Der Kölner Pfennig – Der Kölner Pfennig war auch Werbeträger für die Stadt Köln! Zu lesen war hier meist „Sancta Colonia“ Heiliges Köln, so wusste jeder, dass Köln eine heilige Stadt war und ein wichtiges Pilgerziel. Ausgestellt sind Münzen z.B. in der Schatzkammer des Kölner Doms und im Kölnischen Stadtmuseum.

Jan von Werth Brunnen – In der Platzmitte befindet sich der Jan von Werth Brunnen, der die Geschichte um Jan und Griet erzählt.

Ein nacktes Hinterteil – An Haus Nr. 24 ist ein nacktes Hinterteil zu sehen, der sogenannte Kallendresser.

Viele Orte können auch gehört und digital erkundet werden: Zum Beispiel in der Via Culturalis Audiotour-App.

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