Verborgenes wieder sichtbar machen – das MiQua und Ausgrabungen Im jüdischen Viertel

Um dieses Museum und die hiermit verbundenen Ausgrabungen realisieren zu können musste sehr viel Zeit vergehen.

Bereits Ende der 1940er Jahre wurde entschieden den fast völlig kriegszerstörten Spanischen Bau abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Bei den Ausschachtungsarbeiten stieß man auf immense Mauerreste der Antike. Doch trotz der unglaublichen Funde, sollte in nur wenigen Monaten die Ausgrabung abgeschlossen sein. Mit sehr viel Engagement überzeugte Archäologe Otto Doppelfeld den Rat der Stadt Köln einen Schutzbau, eine archäologische Krypta über den Fund zu realisieren und ihn somit museal zu nutzen. Ein einzigartiges Bauvorhaben in Europa, das Praetorium. Doch weitere Grabungen im angrenzenden Areal konnten erst sehr viele Jahrzehnte später realisiert werden.

Heute wächst ein neues Museum im Herzen der Innenstadt langsam empor. Das MiQua Museum wird nicht nur das erste jüdische Museum Kölns sein, sondern auch eine Verbindung von Kultur, Religionen und 2000 Jahre Geschichte realisieren.

Hier mitten im ehemals jüdischen Viertel gelegen, wurden seit 2010 umfangreiche Grabungen um das Ritualbad Miqua durchgeführt. Gefunden wurden viele Häuserreste, jüdische wie christlich genutzt, Teile der Synagoge, Reste des christlichen Goldschmiedeviertel und antike Gebäude.

Ausgestellt wird neben den vielen Grabungsfunden auch eine umfangreiche Sammlung jüdischer Artefakte, unter anderem auch durch Leihgaben anderer Sammlungen und Museen zusammengestellt. Eine Präsentation der reichen Geschichte des jüdischen Kölns ab dem 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Ein besonderes Highlight wird der unterirdische Rundgang sein. Das angrenzende Praetorium - der römische Statthalterpalast, der seit Beginn der Ausgrabungen geschlossen wurde, wird nun in das neue Museum integriert. So wird ein Rundgang durch die 2000-jährige Geschichte geschaffen.

    • Bis zur Eröffnung findet im MiQua:forum im Roten Haus, Alter Markt 31 ein umfangreiches Veranstaltungsrogramm statt.

    • Das Praetorium ist seit 2021 als Teil des Niedergermanischen Limes zum UNESCO-Welterbe ernannt worden.

    • Das jüdische Viertel wurde auch von vielen Christen bewohnt, es war eine sehr attraktive zentrale Wohnlage.

    • Die Kölner Bürgerschaft bauten das Rathaus absichtlich ins jüdische Viertel, damit dem Erzbischof der Zugang verwehrt blieb, denn er durfte für ihn ungeweihten Boden nicht betreten.

  • MiQua:Forum

    Praetorium

    Spanischer Bau

  • fehlend

Bildcredits
Reproduktions-Nr: rba_d038782
Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
Scheiner, Wilhelm, Köln - Rathausplatz mit Ratskapelle

Reproduktions-Nr: rba_089608
Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
Rathaus, Eingangstor zum Rathausplatz, 187? Abgebrochen

Reproduktions-Nr: rba_L009586_68
Bildnachweis: Historisches Archiv mit Rheinischem Bildarchiv
Rathausplatz, Mikwe (Jüdisches Bad), Eröffnungsfeier August 1989, Köln, 1989

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Vom Haus der Bürger zur Bühne der Stadtgeschichte – das Historische Rathaus Köln